Man unterscheidet zwei Indikationsgruppen:

  • die therapeutische Indikation: diese liegt dann vor, wenn ein/e thrombozytopenische/r Patient/in blutet und die Transfusion die Blutung stoppen soll
  • die prophylaktische Indikation: diese liegt dann vor, wenn ein/e thrombozytopenische/r Patient/in (noch) nicht blutet und die Transfusion einer Blutung vorbeugen soll

a) Die therapeutische Indikation

Liegen die Thrombozytenzahlen im peripheren Blut der Patientin/des Patienten unter
50 000/µl, so sollte beim Vorliegen einer stärkeren Blutung eine Thrombozytentransfusion durchgeführt werden. Gleiches gilt natürlich auch bei einem chirurgischen Eingriff (Ausnahme: Splenektomie bei M. Werlhof), einer Lumbalpunktion oder einer Organbiopsie (Ausnahme Knochenmarkaspiration); auch hier sollten die Thrombozyten vor dem Eingriff auf ca. 50 000/µl angehoben werden.

Bei neurochirurgischen Eingriffen oder bei Operationen am Auge bzw. bei Massivblutungen sollte man eine Thrombozytenzahl von ca. 100 000/µl anstreben.

b) Die prophylaktische Indikation

Bei der prophylaktischen Transfusion ist die Situation wesentlich komplexer. Hier gilt es, die Ursache der Thrombozytopenie mit in die Überlegungen einzubeziehen, z. B.:

Chronische Leberinsuffizienz keine prophylaktische Transfusion
Thrombozytenfunktionsstörungen (z.B. M. Glanzmann)keine prophylaktische Transfusion
Erhöhter Thrombozytenumsatz (z.B. ITP)keine prophylaktische Transfusion
Intermittierende Bildungsstörung (z.B. Chemotherapie)Transfusion bei < 5 000 - 10 000/µl

Bei Neugeborenen ist die Situation etwas anders. Hier sollte wegen der noch ungenügend ausgebildeten plasmatischen Gerinnung auch ohne Blutungszeichen grundsätzlich eine Thrombozytenzahl von ca. 30 000/µl aufrecht erhalten werden.

Grundsätzlich gilt:

Etwa 1-2 Stunden nach einer Transfusion (spätestens am nächsten Morgen) müssen die Thrombozytenzahlen im peripheren Blut der Patientin/des Patienten kontrolliert werden. Nur so kann man den Erfolg der Thrombozytentransfusion objektiv überprüfen und eine Refraktärität erkennen.