Der interessante Fall

Mutterpass mit Antikörpereintrag

In der gynäkologischen Abteilung Ihres Krankenhauses stellt sich eine 28-jährige Patientin vor, welche in der 37ten Schwangerschaftswoche ist und bei der seit 2 Stunden eine ausgeprägte Wehentätigkeit eingesetzt hat. Die Patientin ist in Ihrer Klinik nicht bekannt, da sie in einer anderen Stadt wohnt und sich derzeit nur zu Besuch bei Ihren Eltern aufhält. Die Patientin berichtet, die Schwangerschaft sei bisher völlig komplikationslos verlaufen. Dies entspricht auch den Daten aus dem Mutterpass. Die Laboranalytik ergibt ein unauffälliges Blutbild und Gerinnungswerte. Auch das CTG sowie der Ultraschall zeigen Normalbefunde. Alles spricht zu diesem Zeitpunkt für einen unkomplizierten Geburtsverlauf.

Die Patientin zeigt Ihnen allerdings einen Blutgruppenausweis, auf dem die Blutgruppe A Rh positiv (CcD.Ee) vermerkt ist sowie unter der Rubrik Antikörper der Begriff „anti-Le(a)“. Auch im Mutterpass ist dieser Antikörper beschrieben, wobei die letzte Untersuchung ca. 8 Wochen zurück liegt. Die Patientin berichtet, dass dieser Antikörper anlässlich einer Wirbelsäulen-Operation vor 2 Jahren festgestellt worden war. Sie selbst habe allerdings von diesem Antikörper bisher keine Beschwerden gehabt; auch sei die erste Schwangerschaft vor 4 Jahren komplikationslos verlaufen. Sie senden daraufhin eine Blutprobe in das immunhämatologische Labor Ihrer Klinik mit dem Hinweis auf den beschriebenen Antikörper. Vor dort erhalten Sie zwei Stunden später folgenden Befund: Blutgruppe A Rhesus positiv (CcD.Ee), anti-Le(a), Titer 1:256.

Mit welchen Komplikationen müssen Sie bei Mutter und Kind rechnen?

Was tun Sie?