In die Notaufnahme Ihres Krankenhauses wird ein polytraumatisierter 48-jähriger Patient nach einem schweren Autounfall eingeliefert. Der Hb-Wert beträgt zum Zeitpunkt der Einlieferung 9,5 g/dl, die Thrombozyten liegen bei 125 000/µl. Noch vor Einleitung einer differenzierten Trauma-Diagnostik schicken Sie Blut des Patienten in die Blutbank Ihrer Klinik und fordern 6 Erythrozytenkonzentrate an, da mit einem größeren Blutverlust gerechnet werden muss. Sie teilen der Blutbank mit, dass es zwar eilig wäre, dass aber noch genügend Zeit verbliebe, die Blutgruppe des Patienten zu bestimmen und die Erythrozytenkonzentrate zu kreuzen.

Nach etwa 30 Minuten erreicht Sie ein Anruf aus der Blutbank, dass es erhebliche Probleme bei der Bereitstellung der Erythrozytenkonzentrate gäbe. Zwar sei die Blutgruppe eindeutig bestimmbar, der Patient hätte jedoch einen positiven Antikörpersuchtest. Dies könnte bedeuten, dass ein irregulärer Antikörper vorliegt, der eventuell zu einer hämolytischen Transfusionsreaktion führen könne. Deshalb bräuchte man noch etwas Zeit, den Antikörper genau zu differenzieren. Obwohl man es nie genau vorhersagen könne, würde man mit einem Zeitrahmen von etwa 3 – 4 Stunden rechnen.

Allerdings ist der Hb-Wert des Patienten inzwischen auf 7,8 g/dl abgefallen. Neben einer Oberschenkel-Fraktur rechts hat die Sonographie deutliche Hinweise auf eine intra-abdominelle Blutungsquelle ergeben. Der Patient befindet sich zum Zeitpunkt des Anrufes aus der Blutbank im CT.

Sie treffen die Entscheidung, dass der Patient so schnell wie möglich transfundiert werden muss und dass die 3 – 4 Stunden bis zur Differenzierung des Antikörpers nicht mehr abgewartet werden können, wenn man den Patienten nicht vital gefährden will.

Was tun Sie, um auch ohne Differenzierung des Antikörpers eine möglichst sichere Transfusion zu gewährleisten?