Bei einer 58-jährigen übergewichtigen Patientin bestehen seit Jahren progrediente Schmerzen im Bereich des linken Hüftgelenks sowie der linken Leiste. Die Diagnostik ergibt eine ausgeprägte Coxarthrose. Von Seiten der Orthopädie wird die Implantation einer Totalendoprothese (TEP) empfohlen.

Röntgenbild TEP

Bei der präoperativen Vorbereitung gibt die Patienten 2 komplikationslose Geburten sowie einen Nikotinabusus von 20 Zigaretten tgl. über 10 Jahre an, der jedoch von 25 Jahren beendet worden sei. Ansonsten seien keine wesentlichen Vorerkrankungen bekannt. Die Patientin übt eine sitzende berufliche Tätigkeit aus und würde schon wegen der bestehenden Hüftschmerzen nur sehr gelegentlich sportlichen Aktivitäten nachgehen. EKG, Röntgen-Thorax und eine Lungenfunktion sind unauffällig.

Präoperative Laborbefunde: Leukozyten 5200/µl, Hb 12,5 g/dl, Hämatokrit 42,9 %, MCV 85,1 fl, MCH 29,2 pg, MCHC 34,3 g/dl, Thrombozyten 244 000/µl, Thromboplastinzeit n. Quick 75%, PTT 24s.

Die Operation selbst verläuft bis auf einen gewissen Blutverlust komplikationslos. Am Morgen des ersten postoperativen Tag wird eine Hb-Kontrolle durchgeführt, die einen Wert von 9,8 g/dl ergibt. Bei einer erneuten Kontrolle am Abend des ersten postoperativen Tages findet sich ein Wert von 10,1 g/dl. Der Patientin geht es klinisch gut; auffällige Symptome wie Tachykardie oder Atemnot oder andere ungewöhnliche Beschwerden werden nicht angegeben. Es bestehe lediglich eine gewisse Müdigkeit.

Aufgrund des um mehr als 2g/dl abgefallenen Hb-Wertes sowie der bestehenden Müdigkeit fällt die Entscheidung, der Patientin 2 Erythrozytenkonzentrate zu transfundieren. Die Transfusion wird komplikationslos durchgeführt, der Hb-Wert ergibt bei einer erneuten Kontrolle 12,8 g/dl.

Hätten Sie das genauso gemacht?