Transfusion GFP

Gefrorenes Frischplasma (GFP) stellt ein Gerinnungstherapeutikum dar. Es wird eingesetzt, um bestimmte Gerinungsstörungen zu verbessern. Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die meisten der im Folgenden genannten Indikationen zwar auf jahrzehntelanger klinischer Erfahrung, kaum aber auf wissenschaftlichen Studien beruhen.

GFP wird meist dann eingesetzt, wenn alle Gerinnungsfaktoren gemeinsam benötigt werden, z.B. bei

  • Blutungen bei schweren Leberparenchymstörungen (z. B. Lebercirrhose)
  • Blutungen bei Verbrauchskoagulopathie (DIC)
  • Verdünnungskoagulopathie bei Massivtransfusionen (z. B. Blutverlust > 100 ml/min., nach Transfusion von mindestens 4-6 EK, bei Transfusion von mehr als 2 EK/15 min.)
  • Substitution von FV oder F XI-Mangel (hier gibt es keine spezifischen, in Deutschland zugelassene Gerinnungspräparate)

Nicht indiziert ist GFP

  • bei schweren Leberparenchymstörungen (z. B. akuten Leberversagen) ohne Blutungskomplikationen
  • bei Verbrauchskoagulopathie ohne Blutungen
  • als prophylaktische Gabe vor Leberpunktionen oder Punktionen zentraler Venen bei Patienten mit Hepatopathie oder Koagulpathie
  • als primärer Volumenersatz
  • bei Mangelzustände von Gerinnungsfaktoren, die mit spezifischen Gerinnungskonzentraten wirksamer und verträglicher behandelt werden können, z. B. Hämophilie A oder B oder schwere cumarininduzierte Blutungen.