Nicht immer führt die Transfusion von Thrombozytenkonzentraten zu dem gewünschten Therapie-Erfolg. Oftmals bleibt der gewünschte Anstieg der Thrombozytenzahlen im peripheren Blut der Patientin/des Patienten aus. Daher ist wichtig, 1 bis 2 Stunden nach einer Transfusion (spätestens am nächsten Morgen) die Thrombozytenzahlen im peripheren Blut der Patientin/des Patienten zu kontrollieren.

In vielen Lehrbüchern wird empfohlen, die sog. posttransfusionelle Thrombozyten-Recovery nach folgender Formel zu berechnen:

* ca. 33% der Thrombozyten werden in der Milz gepoolt

Allerdings gestaltet sich eine derartige Berechnung in der täglichen Praxis schwierig, da die genaue Anzahl der Thrombozyten im transfundierten Beutel in der Regel nicht auf dem Beutel deklariert ist und auch das Blutvolumen der Patientin/des Patienten nur eine Schätzgröße darstellen kann. Somit ist eine exakte Berechnung der Recovery nach dieser Formel nicht wirklich möglich.

Deshalb hat sich in der täglichen Praxis folgende Beurteilung des Transfusionserfolgs als hilfreich erwiesen (ohne dass es hierzu jedoch wissenschaftliche Publikationen gäbe):

Thrombozytenanstieg ca. 1 bis 2 h nach Transfusion:
< 10 000/µl   nicht erfolgreich
10 000 – 20 000/µl  grenzwertiger Erfolg
> 20 000/µl   erfolgreich

Von einer Refraktärität spricht man im Allgemeinen dann, wenn 3 Thrombozytentransfusionen hintereinander nicht erfolgreich waren.

Die Ursachen der Refraktärität sind vielfältig. Man unterscheidet zwischen

Immunologischen UrsachenHLA-Antikörper im Serum der Patienten
HPA-Antikörper im Serum der Patienten
Nicht immunologischen UrsachenSplenomegalie
Massiv-Blutungen
Verbrauchskoagulopathie
Fieber/Infektion
Bestimmte Medikamente (z.B. Amphotericin B)

Nicht-immunologische Ursachen werden sehr viel häufiger beobachtet als immunologische Ursachen. Während man bei nicht-immunologischen Ursachen jedoch meist nur wenige Möglichkeiten hat, die Refraktärität zu beeinflussen, kann man beim Vorliegen von HLA- oder HPA-Antikörpern versuchen, Antigen-negative Thrombozytenspender zu finden. Allerdings ist dies meist mit großem Aufwand verbunden und nicht immer erfolgreich.