Allergische Transfusionsreaktion

Ursachen

Allergische Hautreaktion

Allergische Reaktionen werden meist durch präformierte Antikörper des Patienten gegen Plasmabestandteile der transfundierten Blutkomponente ausgelöst. Meist gelingt allerdings eine Identifikation desjenigen Plasmabestandteils, gegen den die präformierten Antikörper gerichtet sind, nicht. Selten finden sich Antikörper gegen Immunglobuline der Klasse IgA bei Patienten mit IgA-Defizienz, aber auch Antikörper gegen Haptoglobin bei Patienten mit Ahaptoglobinämie sind in Einzelfällen beschrieben.

Klinik

Allergische Reaktionen sind häufig (ca. 0,5 – 1% aller Transfusionen) und treten meist unmittelbar nach Einleitung der Transfusion auf. Die Art der klinischen Symptomatik sowie der Schweregrad der Nebenwirkung variieren beträchtlich. So findet man oft ausschließlich eine urtikarielle Symptomatik mit Pruritus, die lokalisiert oder generalisiert auf die Haut beschränkt bleibt. Aber auch eine pulmonale Symptomatik mit zum Teil bedrohlichem Stridor und Dyspnoe kann auftreten (auch ohne Haut-Symptomatik!). Problematisch sind i.d.R. kardiovaskuläre Symptome wie Tachykardien oder Blutdruckabfälle bis hin zur anaphylaktischen Schocksymptomatik.

Diagnostik

Die Diagnose anaphylaktischer Transfusionsreaktionen muss klinisch gestellt werden. Laboranalysen sind meist nicht weiterführend. In sehr seltenen Fällen gelingt der Nachweis von IgA-Antikörpern. Hämolysezeichen lassen sich nicht finden, sollten aber trotzdem differentialdiagnostisch zum sicheren Ausschluss einer hämolytischen Reaktion durchgeführt werden.
Jede allergische Reaktion muss der zuständigen Blutbank gemeldet werden.

Therapie

Wie bei allen Nebenwirkungen muss beim Auftreten allergischer Reaktionen die Transfusion sofort abgebrochen werden. Bei milder Symptomatik kann dies bereits ausreichend sein. Bei ausgeprägterer Symptomatik sind H1-Antagonisten und/oder Steroide indiziert. Bei schwereren Symptomen ist eine entsprechende symptomatische Therapie bis hin zu Katecholaminen bei anaphylaktischer Schocksymptomatik angezeigt.
Falls ein Patient mehrfach allergische Transfusionsreaktionen aufgewiesen hat, können bereits vor der Transfusion prophylaktisch H1-Antagonisten und/oder Steroide appliziert werden. Als ultima ratio kann die Transfusion von gewaschenen Erythrozytenkonzentraten erforderlich werden.