Bei der Blutgruppe A unterscheidet man die Untergruppen A1 und A2 . Etwa 80% der Personen mit Blutgruppe A gehören der Untergruppe A1 an, etwas 20 % der Untergruppe A2 (weitere  Untergruppen wie A3, Ax, Am oder Aee sind sehr selten und spielen transfusionsmedizinisch nur eine untergeordnete Rolle). Beide Untergruppen unterscheiden sich in folgenden Punkten:

1. Erythrozyten der Blutgruppe A1 tragen deutlich mehr A-Antigene auf ihrer Oberfläche als Erythrozyten der Blutgruppe A2. Dies liegt daran, dass bei Individuen, welche die Blutgruppe A1 tragen, die N-Acetyl-Galaktosaminyl-Transferase erheblich aktiver ist als bei Individuen der Blutgruppe A2.

2. Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Personen mit der Blutgruppe A1 ein zusätzliches Glykoprotein-Antigen mit eigener Struktur (Antigen A1) auf der erythrozytären Oberfläche aufweisen, welches Personen der Blutgruppe A2 fehlt. Dieses Antigen kann mit einem Lektin (Anti-A1) nachgewiesen werden, welches aus dem Samen einer in Indien beheimateten und auch dort angebauten Pflanzenart (Dolichus biflorus) gewonnen wird. Personen, welche dieses Antigen A1 nicht aufweisen (d.h. Personen der Blutgruppe A2) können Antikörper dagegen bilden, wenn sie (z.B. bei einer Bluttransfusion) damit in Kontakt kommen (Anti-A1). Dieser Antikörper Anti-A1 kommt jedoch nicht sehr häufig vor; wenn er vorkommt, ist er nur selten klinisch relevant. Deswegen spielen die Untergruppen A1 und A2 bei der Transfusion nur in Ausnahmefällen eine Rolle.

Entsprechend den Untergruppen A1 und A2 gibt es natürlich auch die Untergruppen A1B und A2B, was jedoch in der praktischen Medizin nur selten eine Rolle spielt.